Der AUVA Hauptsitz – Grund zur Sorge?

Die Bezirksvertretung Brigittenau hat sich dafür ausgesprochen, dass das Grundstück der AUVA in der Adalbert Stifter Straße ausschließlich für geförderten Wohnbau umgewidmet wird und dass gleichzeitig die derzeit zulässige Bauhöhe drastisch reduziert wird.

Damit hat der Bezirk ein deutliches Zeichen gesetzt, denn die Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf des ehemaligen AUVA Hauptgebäudes wollen nicht verstummen, und Verkauf heißt oft genug schlicht: Verwertung.

Anders ausgedrückt: Der Grüne Fraktion im 20. Bezirk unterstützt es nicht, dass bei einem Besitzerwechsel und einer eventuellen Neubebauung das Gewinninteresse im Vordergrund steht.  

Aber noch ist der Kuchen lange nicht aufzuteilen, noch steht in der Brigittenau das einzigartige Büro- und Forschungsgebäude der AUVA, ein wirkliches Juwel der 70er Jahre Architektur, das über die Jahre weder sein imposantes Erscheinungsbild noch Aufenthaltsqualität in den Büros eingebüßt hat. Die große Höhe ermöglichte auf dem Grundstück beachtliche Grünflächen.

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Als erstes gilt es, dieses bemerkenswerte Gebäude zu würdigen und zu bewahren.

Sollte es tatsächlich Bedarf an einer neuen Widmung geben, so darf der Beschluss des Bezirkes zwar als deutliches Zeichen für leistbaren Wohnbau verstanden werden, nicht jedoch als ein eins zu eins umzusetzendes Ziel sehen. Denn Stadtplanung und Flächenwidmung dürfen nicht dem Verhindern dienen, sondern sollen in die Zukunft weisen.

Durch seine Lage gibt das Grundstück einiges mehr her als die Errichtung eines Wohnbaus. Bei einer Neubebauung entstünde zusammen mit den Bauvorhaben am ehemaligen Bretteldorf ein riesiges Neubaugebiet. Hier wären soziale Einrichtungen, Freiflächen, Nahversorgung gefragt. 

Die Chance, endlich eine tragfähige Lösung für die Kreuzung Adalbert Stifter Straße / Dresdnerstraße zu finden, sollte nicht aus den Augen gelassen werden. Diese ist im Moment ein mehr als mühsames Hindernis für FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Die Anbindung an das Nordwestbahnviertel durch den Rad-Highway eröffnet Möglichkeiten.

Es würde also – sollte es je soweit kommen – weit mehr Hirnschmalz notwendig sein, um dieser Baufläche gerecht zu werden und es würden im Rahmen städtebaulicher Verträge Lösungen mit den InvestorInnen – im Zeichen leistbaren Wohnens, aber offen für eine Nutzung, die das gesamte Gebiet aufwertet – gesucht werden müssen.

Barbara Pickl, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin 1200 Wien

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